Karl Ertel, als erster und bisher einziger Oberpfälzer Judoka mit der Ehrennadel des Japanischen Judo-Verbandes (TENRI) ausgezeichnet, gründete 1985 in seiner Funktion als Bezirksfrauen- und Mädchenwart den weiblichen Oberpfalz-Kader. Unter seiner Leitung sorgten die Judoamazonen für die bisher größten Erfolge der weiblichen Bezirksauswahl: Gewinner des Bayernpokals und dreimal in Folge Sieger des Nordbayernpokals. Bereits 1988 nahm Ertel wieder eine "Gründer-Idee" in Angriff: die Idee, den ersten selbständigen Judoverein in Weiden zu gründen. Nachdem Dr. Heribert Müllner und Karl-Heinz Reisinger sich bereit erklärten, die Ämter des zweiten und dritten Vorsitzenden zu übernehmen und Günther Lehrer als Cheftrainer zusagte, kam die Sache auch schon ins Rollen.


Am 6. Februar 1988 wurde der 1. Judoclub Weiden e.V. aus der Taufe gehoben.

Die Gründungsmitglieder waren: Karl Ertel, Dr. Heribert Müllner, Karl-Heinz Reisinger, Iruka Agu, Bettina Ertel, Dieter Hirsch, Günther Lehrer sen., Günther Lehrer jun., Inge Lehrer, Sabine Lehrer, Hildegard Lemberger, Markus Lemberger, Susi Lemberger, Tanja Moldan, Brigitte Müllner, Erich Regler, Heidi Reisinger, Erich Schindler, Gertrud Schindler, Sabine Schindler, Thomas Schindler, Christa Schneidemesser, Reinhard Schneidemesser, Andreas Twardzik, Marietta Twardzik und Andrea Zimmet. Nach vier Tagen waren wir bereits 40 JC-ler.

Die erste gebrauchte Judomatte (5x5 m) wurde von Reinhard Schneidemesser gesponsert. Sie liegt heute noch im Dojo in Rothenstadt. Trainiert wurde im Gymnastikraum der Albert-Schweitzer-Schule in Weiden. Aber nur zwei Wochen lang, dann mussten wir umziehen - die Schule hatte plötzlich keinen Platz mehr für unsere Judomatte.

Neues Domizil des mittlerweile 60 Mitglieder zählenden Vereins wurde der Gymnastikraum der Pestalozzi-Schule. In diesem Raum hatte Ertel 1965 unter Karl Reul, der Judo in die Oberpfalz gebracht hatte, mit der ihm bis dahin völlig unbekannten Sportart Freundschaft geschlossen. Sein Trainer war Gerd (BilIy) Enders, heute Trainer unserer Ju-Jutsuka. Zusammen mit Karl Ertel und Günther Lehrer leiteten Thomas und Sabine Schindler, Iruka Agu, Susi Lemberger und Andrea Zimmet das Training. Unser Modellversuch eines ,,Bambino-Judo“ für Kinder im Vorschulalter - zur damaligen Zeit einmalig in Bayern - schlug voll ein, so dass es ziemlich eng wurde in dem 60 qm großen Raum. Vom Keller durften wir bald nach oben in die große Turnhalle - aber nur vorübergehend, denn im Winter würden wieder die eigentlichen Hausherren, die Fußballer, dort trainieren. Aber endlich konnten wir auch unsere zweite Matte auflegen. Und mittlerweile hatten wir “Nachwuchsbekommen. Mehmet Begen hatte sich uns am l. Juni 1988 mit seiner Karateabteilung, dem „Karate-Center Ippon" angeschlossen, und so fuhren wir zweigleisig. Bereits am 6. Juli 1988, also exakt fünf Monate nach Vereinsgründung, konnte mit Thorsten Spickenreuther das 100. Mitglied begrüßt werden. Im Rahmen der bundesweiten Aktion ,,Volkswandertaglud der 1. JC Weiden zum Wandern am 15. Oktober 1988 ein. Jung und Alt folgte der Einladung. Tags zuvor, am 14.10., waren wir mit Mann und Maus in eine neue Turnhalle umgezogen. wo wir auch heute noch trainieren. In der Hans-Sauer-Schule in Rothenstadt fühlten wir uns dank der freundlichen Aufnahme durch die Hausmeisterfamilie Hofmann bald wie zu Hause. Kurz danach, am 25.11.1988, wurde mit Birgit Zimmermann bereits Mitglied Nummer 150 empfangen. Am l. Januar 1989 gründete Thomas Becker unsere dritte, die Ju-Jutsu-Abteilung, das ,,Ju-Jutsu-Team Bushido“. Und gleich ein paar Wochen später starteten wir unseren ersten Kurs in „waffenloser Selbstverteidigung, von dessen 60 Teilnehmern mehr als die Hälfte bei uns blieb - einige davon bilden mittlerweile selbst Anfänger aus und sind aus dem „harten Kern“ nicht mehr wegzudenken. Sabine Robl wurde hierbei unser Mitglied Nummer 200. Das Jahr 1989 hatte es für uns ganz schön in sich. Außer den zahlreichen sportlichen Erfolgen, die wir verzeichnen konnten, hatten wir auch zwei große Veranstaltungen auszurichten. Am 8. Juli stieg in der Sporthalle am Wasserwerk der Länderkampf Deutschland gegen Korea. Welche Sensation für Weiden, für die Oberpfalz. Auch das Fernsehen ließ sich diesen Leckerbissen nicht entgehen. Und bereits eine Woche später hatten wir in der gleichen Halle den Karate-Bundestrainer Hideo Ochi zu Gast. Wieder war die Halle zum Bersten voll. Nicht nur das – 1989 hatten wir bundesweit die höchste Teilnehmerzahl bei der Aktion ,,Judo-Sportabzeichen“ des DJB zu verzeichnen. Und JC-Vorsitzender Karl Ertel wurde zum Bezirksvorsitzenden gewählt.

Abschluß des mit sportlichen Höhepunkten gespickten Jahres 1989 bildete ein weiterer Selbstverteidigungskurs. Von den 5O Teilnehmern - überwiegend junge Damen - entschieden sich wieder mehr als die Hälfte für eine Mitgliedschaft in unserem l. Judoclub Weiden.

Das Jahr 1990 begann mit dem Feststellen der Tatsache, dass unser junger Verein bereits knapp zwei Jahre nach Gründung größter Judo- und Budoverein der Oberpfalz ist - am l. Januar hatten wir sage und schreibe 258 Mitglieder! Bei der Jahreshauptversammlung im Januar wurde Bundestagsabgeordneter Ludwig Stiegler zu unserem ersten Ehrenmitglied ernannt - er hatte im Zusammenhang mit dem Länderkampf Deutschland gegen Korea unserem Verein unschätzbare Dienste erwiesen. Am 24. März 1990 schlossen im Rahmen der Innerdeutschen Beziehungen der l. Judoclub Weiden und der 1. Judoclub Annaberg-Buchholz in Annaberg die erste Paten- und Partnerschaft zweier Vereine der beiden Partnerstädte. Mit Evelyn Neumann konnte zu dieser Zeit das 300. Mitglied in unseren Reihen aufgenommen werden. Der 15. Juli 1990 sah unseren Verein als Ausrichter des Bayernpokals für Damen und weibliche Jugend, wobei über 250 Kämpferinnen aus den acht Judo-Bezirken Bayerns auf die Matte gingen.

Im Jahre 1991 stellten wir zum ersten Mal eine Herrenmannschaft in der Judo-Bezirksliga und belegten dabei den sechsten Platz. Karl Ertel erfuhr seine Berufung zum Jugendreferenten des Bayerischen Judo-Verbandes für die weibliche Jugend in der Oberpfalz, Ober-, Mittel- und Unterfranken. Am 20. Juli richteten wir - erstmalig in der Oberpfalz- eine Bayerische Einzelmeisterschaft der Herren aus. Dank eines wie immer gut funktionierenden Organisationsteams ein voller Erfolg. Bei diesem Anlaß wurde Oberbürgermeister Hans Schröpf für seine besonderen Verdienste um den 1. Judoclub Weiden zum Ehrenmitglied ernannt. Abschluß des Sportjahres 1991: natürlich wieder ein Selbstverteidigungskurs, den Karl Ertel mit seinem Trainerkollegen Günther Lehrer leitete. Und wieder ,,full house" mit 5O Teilnehmerinnen. Nachdem sich zum Jahreswechsel ein „organisatorischer Umbruch“ in der Abteilung Ju-Jutsu abgezeichnet hatte, fanden wir mit Gerd Enders (5.Dan JJ)DEN“ Trainer. Und mit der neu gewählten, dynamischen Führungsmannschaft ging es wieder bergauf.

Tja - das Jahr 1992 stand ganz im Zeichen von Großveranstaltungen, die wir im Auftrag des Bayerischen Ju-Jutsu-Verbandes und des Bayerischen Judo-Verbandes ausrichteten. Während mancher Verein alle acht Jahre mal eine Meisterschaft ausrichtet, waren es bei uns acht in einem Jahr !! Die Leistung und Zusammenarbeit der Organisationsteams der beiden Abteilungen bei all diesen Meisterschaften war fantastisch. Viele Vereine werden uns um diese Leute beneiden. Unsere Karateka wußten wir mittlerweile bei unserem Sportkameraden Helmut Götz vom Karate-Centrum Dojo e.V. in guten Händen, bei uns fehlte es letztendlich an Trainern. Auch das Sportjahr 1992 fand seinen Abschluß mit einem Kurs in Selbstverteidigung. Zwar nahmen diesmal „nur“ 37 Damen teil, doch beteiligten sich fast alle am letzten Trainingsabend „après“.

Naja, und so waren wir dann im Jubiläumsjahr 1993 (5 Jahre 1.JCW) angelangt. Der Mitgliederstand betrug damals 350, Aufnahmestop (wieder mal) wurde verhängt, und wir harrten der Dinge, die auf uns zukommen würden. Soviel Streß mit Veranstaltungen wie im Jahr zuvor luden wir zwar nicht mehr auf uns, doch hatten wir am Wochenende 17./18. Juli 1993 mit dem Bayernpokal (weibliche Jugend) und dem René-de-Smet-Pokal (männliche Jugend) die größten Sportereignisse im Bereich der Bayerischen Judo-Jugend zu bewältigen. Für unseren „harten Kern“ hieß es wieder: pack ma´s. Doch vorher wurde gefeiert. Kleines Jubiläum – ganz groß. Der Festabend wurde zu einem unvergeßlichen Ereignis für alle. Und zum Jahresabschluß waren schon 414 Mitglieder im JC organisiert.

So schlitterten wir dann ins sechste Vereinsjahr (1994) hinein, wo wir gleich zwei Landesmeisterschaften (Mannschaft Jugend B weiblich und männlich) und den Nordbayernpokal der weiblichen Jugend ausrichteten. JC-Präsident Karl Ertel, eigentlich darauf bedacht, sich von der Funktionärsbühne zu verabschieden, wurde auf dem BJV-Verbandstag als stellvertretender Beisitzer in den Rechtsausschuß gewählt, wo er nun seit 1996 Beisitzer ist.

Die kometenhafte Aufwärtsentwicklung des 1. JC Weiden hielt weiter an. Mit Katrin Kloha wurde am 2.2.94 nicht nur Mitglied Nummer 450 begrüßt – man war hinter dem TSV München-Großhadern plötzlich zweitgrößter Judo- und Budoverein in ganz Bayern. Und mit Susanne Dubinski wurde wenige Wochen später bereits die Zahl 500 erreicht – bombastisch.

Gleich zu Beginn des Jahres 1995 hieß es: auf geht´s zur Ausrichtung der Landesmeisterschaft der Frauen. Zum wiederholten Male war der 1.JC Weiden nicht nur teilnehmerstärkster, sondern auch erfolgreichster Verein der Oberpfalz: beim RLT der männlichen Jugend D und C wurden drei erste, drei zweite, drei dritte und vier fünfte Plätze erzielt. Am 8. Mai hielt eine weitere Budo-Sportart Einzug in den 1.JCW: Aikido. Das 30-jährige Jubiläum feierte Karl Ertel, der seit 1. Juli 1965 auf der Judomatte zu Hause ist. Die erste Weidener Budo-Gala war am 8. Juli angesagt, wo die (seltsamerweise) zahlreichen Zuschauer mit den Budo-Sportarten Judo, Karate, Ju-Jutsu, Aikido und Taekwon-Do Bekanntschaft machen konnten. Taekwon-Do war dann auch die nächste Abteilung, die wenig später im 1.JC gegründet wurde. Holger Kahlert ist der erste JC-ler, der sich vom Weiß- bis zum Schwarzgurt nach oben gearbeitet hat. Der junge Ju-Jutsuka hatte kurz vorher auch erfolgreich seinen Übungsleiter F absolviert.

Ein weiteres Jubiläum stand Karl Ertel ins Haus. Mit dem 1985 von ihm gegründeten Oberpfalz-Kader feierte er am 19. November am Rande des Saison-Abschlussturniers der weiblichen Top Ten das 10-jährige. Fast die komplette Damenmannschaft von 1985 erwies ihrem ehemaligen Frauenreferenten ihre Aufwartung, ein Hauch von Nostalgie lag in der (Hallen-)Luft. Unter Ertel´s Fittichen hatten die Oberpfälzer Judo-Amazonen die größten und bedeutendsten Erfolge eingefahren. Unvergeßlich der Bayernpokal 1985, wo die Oberpfälzerinnen erstmals an einem Vergleich der bayerischen Judo-Bezirke teilnahmen und als krasse Außenseiter auf Anhieb die begehrte Trophäe erkämpften. In Nordbayern gaben die Damen aus der Oberpfalz lange Zeit den Ton an, holten zur Freude ihres Coach Karl Ertel dreimal in Folge den Nordbayernpokal, ein bisher nicht kopierbarer Hattrick. Und zum Jahresabschluß wurde die mit vielen Erfolgen geschmückte Judo-Jugendliche Anja Meier von den ON-Lesern zur Sportlerin des Jahres 1995 gewählt. War das alles? Gibt es keine Steigerung mehr? – Typischer Fall von „Denkste“!! Eine Sensationsmeldung geht durch die Presse – der Weidener Judoclub richtet die Süddeutsche Meisterschaft der Frauen und Männer aus!! Der Deutsche Judo-Bund hatte zum ersten Mal eine Meisterschaft im Erwachsenenbereich in die Oberpfalz und an den 1. JC Weiden vergeben!

Am 2. März 1996 ist es soweit: 500 Zuschauer sehen nicht nur packende Kämpfe auf hohem technischen Niveau, Richie Trautmann und Udo Quellmalz liefern zusätzlich einen sehenswerten Schaukampf. In Sachen „Selbstverteidigung für Frauen“ bietet der 1. Judoclub Weiden ab dem 30. September einen einzigartigen Kurs mit neun Budo-Trainern der vier Abteilungen Judo, Ju-Jutsu, Aikido und Taekwon-Do an. Das Interesse ist groß – 77 Frauen und Mädchen stehen auf der Matte. Sie sind begeistert. Weidens Presse hat am 10. Oktober 1996 eine weitere Schlagzeile: der 1. Judoclub Weiden richtet im Jubiläumsjahr 1988 die Deutsche Meisterschaft der Frauen und Männer aus. Die Sensation. Der bayerische Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber übernimmt die Schirmherrschaft. JC-Präsident Karl Ertel wird bei der Sportlerehrung der Stadt Weiden am 21. Februar 1997 mit der Ehrenplakette in Bronze ausgezeichnet. Judo-Abteilungsleiter Günther Lehrer kann am 1. Juli 1997 auf 20 Jahre Judo zurückblicken. Eine weitere hohe Ehre flattert dem Weidener Judoclub ins Haus. Mit dem erstmals vergebenen „Jugendpreis der Stadt Weiden“ findet am 23. Juli die erfolgreiche Jugendarbeit des 1. JCW eine schöne Würdigung, die zusätzlich mit einer vierstelligen Summe einhergeht.

Die nächste Überraschung sollte nicht lange auf sich warten lassen. Dank einer von BJV-Mitarbeiterin Leifke initiierten Untersuchung wurde festgestellt, dass der 1. Judoclub Weiden 1997 von der Größe her an Nummer vier aller Judovereine in Deutschland steht. Die Mitgliedsnummer 600 haben wir mittlerweile fest ins Visier genommen, vor uns haben wir noch die drei größten deutschen Judovereine, den TSV München-Großhadern, die SU Witten-Annen und den Beueler JC. Aber - wir sind ja noch sooo jung. Naja, und so waren wir mitten drin im Trubel um die Ausrichtung unseres größten Ereignisses in der Vereinsgeschichte – die DEM. Und natürlich sollte das 10-jährige dabei völlig im Vordergrund stehen – oder umgekehrt? Naja, ist ja egal.

01.02.1998 - Geschafft! Der 1.Judoclub Weiden hat die 600-Mitglieder-Hürde genommen. Was man sich für das Jubiläumsjahr (10 Jahre 1.Judoclub Weiden 1988 e.V.) zum erklärten Ziel gesetzt hatte, ist endlich erreicht. Mit Stefanie Langner konnte JC-Präsident Karl Ertel Mitglied Nummer 600 begrüßen. Neben einer Urkunde gab es ein kostenloses Jahresabonnement für die junge Judo-Schülerin, die sich mächtig freute. Der 1.JC Weiden bleibt damit nicht nur in der Reihe der größten Judovereine Deutschlands, sondern nähert sich mit großen Schritten dem (noch) vor ihm liegenden drittgrößten Judoverein der Republik, dem Beueler JC Bonn, der knapp über 650 Mitglieder zählt. Führend ist nach wie vor der TSV München-Großhadern (700) vor der SU Witten-Annen /670).

06.02.1998 - Der am 6. Februar 1988 gegründete 1.Judoclub Weiden e.V. hatte zum 10. Jahrestag seines Bestehens, am 6. Februar 1998, zur Generalversammlung mit Neuwahlen eingeladen. Und auch im Jubiläumsjahr bleibt das seit Gründung unveränderte Dreier- (Dream-) Team mit Präsident Karl Ertel, Dr. Heribert Müllner (1. Vizepräsident und Vereinsarzt) und Karl-Heinz Reisinger (2. Vizepräsident und Schatzmeister) an der Spitze des viertgrößten Judovereins unserer Republik. Karl Ertel begrüßte neben 80 JC-Mitgliedern den CSU-Stadtrat Alois Lukas (in Vertretung von Ehrenmitglied OB Hans Schröpf) sowie den fast immer bei solchen Anlässen anwesenden stellvertretenden SPD-Fraktionsvorsitzenden Helmut Ruhland. Auch BLSV-Kreisvorsitzender Ernst Werner machte seine Aufwartung und sparte bei seinem Grußwort ebensowenig wie seine beiden Vorredner aus der Politik mit Lob für das, was der Weidener Judoclub in den 10 Jahren seines Bestehens geleistet habe. Werner hob dabei besonders den Jugendpreis der Stadt Weiden hervor, der dem 1.Judoclub Weiden 1997 verliehen wurde und sicherte seine Unterstützung für die kommenden großen Vorhaben des überaus rührigen Vereins zu.JC-Boß Ertel ließ die Versammlung mit seinem kurzen, aber interessanten Bericht aufhorchen. Nachdem vor kurzem mit Stefanie Langner Mitglied Nummer 600 empfangen wurde, ist der Judoclub aus Weiden nach wie vor viertgrößter der deutschen Budo- und Judovereine, aber dem drittgrößten, dem 650 Mitglieder starken Beueler JC Bonn dicht auf den Fersen.

Seit Herbst 1996 in vollem Gange sind die Vorbereitungen für das bisher größte Ereignis in der Vereinsgeschichte, die deutsche Einzelmeisterschaft der Frauen und Männer am 14. und 15. März 1998 in der Sporthalle am Wasserwerk, wobei der 1.JC Weiden das schier Unmögliche geschafft und den Bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Edmund Stoiber als Schirmherrn gewonnen hat. Die JC-Ehrenmitglieder OB Hans Schröpf und MdB Ludwig Stiegler werden dabei als Ehrenschirmherren fungieren. Erwartet werden die Präsidien vom Deutschen Judo-Bund und vom Bayerischen Judo-Verband. Das Fernsehen hat bereits Interesse signalisiert Auf die Matte in Weiden gehen die besten bundesdeutschen Judoka einschließlich der Olympioniken von Atlanta, also ein Teil der Weltspitze.Unter der Regie von Ernst Werner, Helmut Ruhland und Alois Lukas gingen die anstehenden Neuwahlen zügig über die Bühne. Es wurden gewählt: Karl Ertel (Präsident), Dr. Heribert Müllner (1.Vizepräsident), Karl-Heinz Reisinger (2.Vizepräsident und Schatzmeister), Hans Fehlner (Schriftführer), Christine Biebl (überörtliche Frauenwartin), Thomas Kraus (überörtlicher Männerwart), Bettina Ertel (Pressereferentin), Patrick Strobl und Torsten Groth (überörtliche Jugendleiter männlich), Tatjana Sommer und Janine Ertel (überörtliche Jugendleiter weiblich). JC-Jugendsprecher ist Oliver Ertel, Stellvertreterin Katrin Hagler. Bestätigt wurden die Abteilungsvorsitzenden. Judo: Günther Lehrer, Stellvertreter Thomas Kraus und Thomas Benkner. Ju-Jutsu: Alexander Gröbner, Stellvertreter Manuela Neumann, Alexander Kraus und Michael Hohlrüther. Aikido: Jürgen Kriechenbauer, Stellvertreter Thomas Thiermann. Taekwon-Do: Franz Ditz, Stellvertreter Peter Haberl. Dass die JC-Mitglieder mit dem Vereins-Management voll und ganz zufrieden sind, zeigte sich an der Tatsache, dass sämtliche Funktionäre ohne eine einzige Gegenstimme und ohne Gegenkandidat in ihr Amt gewählt wurden. Für langjährige Vereinstreue wurden geehrt: Manuela Ondrich, Martina Beer, Ingrid Schörner, Josef Schörner, Sebastian Häusler, Tobias Schmid, Matthias Haberl, Conchita de la Vega, Stefanie Deisel, Claudia Elsner, Alexander Kraus, Christian Bolleininger, Stefan Bolleininger, Melanie Haas, Patrick Plaß, und Michael Hohlrüther. Wir sind eine Familie – die im Gründungsjahr 1988 von Karl Ertel ausgegebene Parole muss geringfügig geändert werden: wir sind eine große Familie. Beim 1. Judoclub Weiden 1988 e.V. bleibt man auf dem Teppich, versucht, sich in Bescheidenheit zu üben – man ist mit dem in zehn Jahren Erreichten ganz einfach rundum zufrieden.

14.03.1998 - 10 Jahre 1.Judoclub Weiden - und zum Geburtstag gab es vom Deutschen Judo-Bund die Ausrichtung der Deutschen Einzelmeisterschaften der Frauen und Männer. Obwohl gestresst vom langen Sportbetrieb am Samstag in der Halle und einen anstrengenden Sonntag vor sich, ließ es sich der Weidener Judoclub nicht nehmen, am Samstagabend noch gebührend das Vereinsjubiläum zu begehen. Festredner in Vertretung des Schirmherrn, Bayerns Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber, waren die Ehrenschirmherren des 10-jährigen JC-Jubiläums und der Deutschen Meisterschaft, die beiden JC-Ehrenmitglieder OB Hans Schröpf und MdB Ludwig Stiegler, die für ihr bisheriges Engagement für den Verein geehrt wurden. Ebenfalls anwesend SPD-Fraktionsvorsitzender Reinhard Hese, CSU-Stadträtin Elisabeth Kraus und BLSV-Kreisvorsitzender Ernst Werner. Grußworte sprachen weiterhin Dr. Erhard Buchholz, Präsident des Deutschen Judo-Bundes, Sigurd Seeger, Präsident des Bayerischen Judo-Verbandes, Bezirksvorsitzender Martin Exner und DEM-Hallensprecher Axel von der Groeben. JC-Gründer und erster Vorsitzender Karl Ertel gab einen kurzen Überblick über die zehnjährige Vereinsgeschichte.

Gegründet am 6.2.88, war der 1.JC Weiden bereits im zweiten Jahr der größte aller Oberpfälzer Judovereine. Seit 1994 nach dem TSV München-Großhadern zweitgrößter aller bayerischen und seit 1997 der viertgrößte Judo- und Budoverein in ganz Deutschland. Ausgerichtet wurden in dieser Zeit alle nur denkbaren Meisterschaften, sogar ein Länderkampf BRD gegen Korea. Doch die Krönung in der Vereinsgeschichte ist mit Sicherheit die an diesem Wochenende ausgerichtete Deutsche Einzelmeisterschaft der Frauen und Männer und wird es auch noch einige Zeit bleiben. Man hat alle in und für Bayern und Deutschland nur denkbare Meisterschaften auf Landes- und Bundesebene und darüber hinaus ausgerichtet, es gibt keine Steigerung mehr - oder etwa doch??? ........................ Geehrt wurden für ihre Verdienste um den 1.JC Weiden: ON-Verlagsleiter Rainer Lindner, die ON-Sportredakteure Erich Feneis und Stephan Landgraf sowie die JC-Sponsoren Hermann Gradl (Fa. Nagler), Erich Regler (Siebdruck), Albert Aulinger (Admira), Toyota-Chef Eitel, Hardy Brenner (Foto-Versand), Direktor Günter Götz (Stadtsparkasse), Norbert Krain (Lehner-Rothenstadt) Hans Deisel (Bäckerei Rothenstadt) sowie die JC-Mitglieder Alexander Gröbner, Günther Lehrer, Josef Schörner, Sonja Kopp, Thomas Thiermann und Herbert Purucker.Gründungsmitglieder: Karl und Bettina Ertel, Dr. med. Heribert und Brigitte Müllner, Karl-Heinz und Heidi Reisinger, Erich und Gertrud Schindler, Reinhard und Christa Schneidemesser, Andreas und Marietta Twardzik, Günther Lehrer, Hildegard Lemberger und Reinhard Winter. Ehrenzeichen für zehnjährige Mitgliedschaft gab es für 42 JC-Mitglieder. Für 15 Jahre BLSV bzw. BJV Bettina Ertel, Thomas Benkner, Thomas Kraus. Sabine Nikolaus, Thomas Schindler, für 20 Jahre Isolde Enders, Günther Lehrer und Roland Seidl. Die Ehrennadel der BLSV-Jugend in silber ging an Alexander Gröbner, Josef Schörner, Thomas Kraus und Holger Kahlert, in Gold an Karl Ertel.Stefanie Langner wurde als Mitglied Nummer 600 mit einer Urkunde bedacht. Eine besondere Überraschung hatten sich die Funktionäre für ihren JC-Chef Karl Ertel und seine Frau Bettina, die an diesem Tag auch noch Geburtstag hatte, ausgedacht. Im Namen aller Funktionäre und den 600 JC-Mitgliedern überreichte dritter JC-Vorsitzender Reisinger eine phantasievoll gefertigte Urkunde sowie einen Gutschein für ein "judofreies Wochenende" in einem Hotel nach Wahl. Eine tolle Einlage bot die Tanzgruppe des TSV Waidhaus unter Leitung von Irmgard Schwarzmeier.

17.03.1998 – Der Stadtverband für Leibesübungen Weiden e.V. verleiht in Anerkennung der langjährigen Tätigkeit im Weidener Sport Karl Ertel die Ehrennadel in Bronze.

21.03.1998 - Der 1.Judoclub Weiden ist Ausrichter der Jugendvollversammlung, höchstes Gremium der Jugend des Bayerischen Judo-Verbandes. Wie gering das Interesse an diesem Forum ist, zeigte sich daran, dass lediglich 41 der 400 bayerischen judosporttreibenden Vereine einen Jugendvertreter nach Weiden entsandt hatten. Traurig aus Oberpfälzer Sicht: von den 39 einheimischen Vereinen hatten nur sieben, und zwar TuS Neusorg, SV Kulmain, DJK Ebnath, Post-Süd Regensburg, DJK Neumarkt, Henger SV und 1.JC Weiden je einen Vertreter vor Ort. JC-Vorsitzender Karl Ertel als Gastgeber begrüßte den Präsidenten des Bayerischen Judo-Verbandes, Sigurd Seeger, dessen Vizepräsident Gerhard Fleißner, Rechtsausschußvorsitzenden Heinrich Werner sowie den Bezirksvorsitzenden der Oberpfalz, Martin Exner. BJV-Präsident Seeger gab in seiner Begrüßung Neuerungen von IJF (International Judo Federation) und EJU (European Judo Union) bekannt. Spannend gestalteten sich die Neuwahlen der Jugendleitung, wo sich der sehr beliebte und engagierte Oberpfälzer Jugendleiter Andreas Holzberger (Heng) zur Wahl des Landesjugendreferenten stellte und gegen Pierre Sprung (Mittelfranken) und Marcel Rüth (Unterfranken) antrat. Pierre Sprung machte das Rennen und wurde neuer Landesjugendleiter für die männliche Jugend.

16.05.1998- Im Rahmen der Festlichkeiten zu seinem zehnjährigen Vereinsjubiläum richtet der 1. Judoclub Weiden im Kongreßzentrum Max-Reger-Halle den 22. Ordentlichen Verbandstag aus. Der zweitgrößte Judoverein Bayerns begeht damit nach Festkommers, den Deutschen Einzelmeisterschaften und der Jugendvollversammlung sein viertes und für heuer letztes Jubiläums-highlight innerhalb von nur neun Wochen. Das höchste Gremium des Bayerischen Judo-Verbandes tagt zum ersten Mal auf Oberpfälzer Boden. Dem 1.JC Weiden war beim 21. Verbandstag am 11.Mai 1996 in Königsbrunn mit überwältigender Mehrheit gegen Mitbewerber Erlangen der Zuschlag zur Ausrichtung des Verbandstages erteilt worden. Auf der Tagesordnung der diesjährigen BJV-Vollversammlung standen Ehrungen, Satzungsänderungen und Neuwahlen von Präsidium bzw. Gesamtvorstand. Dabei konnte nicht nur BJV-Präsident Sigurd Seeger, der einstimmig in seinem Amt bestätigt wurde, sein seit zwanzig Jahren bestes Wahlergebnis einfahren. Auch fast alle anderen Mitglieder des Vorstands wurden einstimmig in ihr Amt gewählt.

Nachdem BJV-Präsident Sigurd Seeger die Tagung eröffnet hatte, stellte JC-Präsident Karl Ertel als Gastgeber kurz seinen Verein vor, der in den zehn Jahren seines Bestehens schon ein gewaltiges Pensum an Erfolgen und Veranstaltungen bewältigt hat. Die Begrüßung der Delegierten der bayerischen Judovereine durch die Stadt Weiden übernahm Bürgermeister Ernst Amberger in Vertretung des JC-Ehrenmitglieds OB Hans Schröpf. Grußworte sprachen BLSV-Präsidiumsmitglied Franz Ditz und BLSV-Kreisvorsitzender Ernst Werner in Vertretung des BLSV-Bezirksvorsitzendem Josef Lobenhofer.

Den besonderen Stellenwert der Tagung unterstrich die Präsenz des aus Mühltal (Hessen) angereisten Vizepräsidenten des Deutschen Judo-Bundes, Karl-Dieter Schuchmann.

Mit der goldenen Ehrennadel des Bayerischen Judo-Verbandes für besondere Verdienste und Leistungen im Judo wurden Karl Ertel (1.Judoclub Weiden) und Bruno Gründemann (TV Sulzbach-Rosenberg) ausgezeichnet. Die silberne Ehrennadel erhielt Martin Exner (DJK Ebnath).

01.09.1998 - Der 1. Judoclub Weiden schickt seine Aktiven mit völlig neuem outfit in die beginnende Saison. Ermöglicht haben dies die drei Hauptsponsoren des Vereins. Während das Druckzentrum Regler mit einem bombastischen 50er-Satz blauer Judogi überraschte, steuerten Nagler-Technik und Toyota-Eitel jeweils 50 wertvolle Traingsanzüge bei.JC-Vorsitzender Karl Ertel, Judo-Abteilungsleiter Günther Lehrer sowie dessen Stellvertreter Thomas Kraus präsentierten die neue JC-Kleidung.

13.12.1998 - Der 1. Judoclub Weiden hatte zu seiner traditionellen Weihnachts- und Jahresabschlußfeier mit Ehrungen eingeladen. Mit annähernd 300 Besuchern, überwiegend Kinder unter 10 Jahren (wo kamen die bloß alle her?) wurde ein bisher noch nicht erreichter Teilnehmerrekord verzeichnet. JC-Vorsitzender Karl Ertel wartete wie immer mit einem imposanten Zahlenwerk auf. Der JC-Mitgliederbestand habe sich derzeit bei etwa 600 eingependelt und damit sei man nach wie vor der viertgrößte Judo- und Budoverein in ganz Deutschland. In Bayern ist man nach dem TSV München-Großhadern die Nummer Zwei und auch die sportlichen Erfolge können sich durchaus sehen lassen. Mehrere highlights gab es im Sportjahr 1998: mit der Ausrichtung von Jugendvollversammlung und Verbandstag hatte man die beiden höchsten Gremien des Bayerischen Judo-Verbandes zu Gast – erstmals auf Oberpfälzer Boden. Der Festabend anlässlich des 10-jährigen Vereinsjubiläums gipfelte in der Präsenz fast des kompletten Präsidiums des Deutschen Judo-Bundes – auch so etwas wird es in Bayern mit Sicherheit kein zweites Mal mehr geben. Und schließlich ein Glanzlicht im Weidener und wohl auch im bayerischen Sportkalender 1998: der 1.Judoclub Weiden richtete im Auftrag des Deutschen Judo-Bundes und unter der Schirmherrschaft des Bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Edmund Stoiber die Deutschen Einzelmeisterschaften der Frauen und Männer aus. Eine Steigerung dürfte wohl kaum mehr möglich sein. Oder doch?? ..JC-Ehrenmitglied OB Hans Schröpf war in seinem Grußwort voll des Lobes ob des fast schon sensationellen Aufwärtstrends des Weidener Judoclubs. Als Dankeschön für seine Unterstützung der DEM-Organisation und als nachträgliches Geburtstagsgeschenk kam er unerwartet zu einem neuen "Leibwächter". Getragen von sechs Mädels steuerte ein fast mannshoher Judo-Teddy auf ihn zu – Originalton OB: "Das ist ja wohl das originellste Geschenk, das ich jemals bekommen habe." Mit den Gründungsmitgliedern Erich Schindler und Reinhard Schneidemesser kamen zwei weitere Geburtstagskinder zu Ehrengaben.

Noch eine gelungene Einlage: JC-Vorsitzender Karl Ertel ernannte den "Zuagroast´n" Thomas Kraus, DAN-Träger und stellvertretender Judo-Abteilungsleiter, zum "Neu-Bayern", was dieser nun auch urkundlich vorweisen kann. Josef Schörner, hinter den Kulissen der Ju-Jutsu-Abteilung so ziemlich das "Heinzelmännchen", hatte vor einigen Tagen erfolgreich die Prüfung zum 1.DAN absolviert und erhielt von Ertel einen bestickten Schwarzgurt. Er ist damit nach Holger Kahlert, der für seinen bestandenen 2.DAN geehrt wurde, der zweite JC-Sportler, der als Anfänger begonnen, aus eigener Kraft alle Hürden genommen hat und sich nun "Meister" nennen darf. Nach den JC-Funktionären erhielten auch die Trainer aus allen Abteilungen vom 2. Vorsitzenden Dr. Heribert Müllner und dem 3. Vorsitzenden Karl-Heinz Reisinger Trainingsanzüge der Hauptsponsoren Toyota-Eitel und Nagler-Technik.Von den 33 Trainern und Trainerassistenten waren auch heuer wieder mehr als 3000 Trainingsstunden geleistet worden. Spitzenreiter mit jeweils weit über 200 Stunden wie im Vorjahr Janine und Oliver Ertel, gefolgt von Thomas Kraus und Josef Schörner. Die Auswertung der heuer erstmals eingeführten Vereins-Rangliste der Judo-Jugend gestaltete sich spannend bis zum Schluss. Von den insgesamt 65 gestarteten Kämpfern konnten 47 Aktive bei offiziellen und weiterführenden Meisterschaften punkten, nicht weniger als 33 standen auf den Treppchen. So hatte der 1.Judoclub Weiden unter anderem mit der weiblichen B-Jugend erst im November als erfolgreichster Verein in dieser Kategorie beim Ranglistenturnier mit TOP-TEN-Wertung abgeschnitten. Erfolgreichste Kämpferin des Jahres war Sabine Bonitz mit 47 Punkten vor Nadja Schmidt (41), Julia Mutzbauer (32), Sabrina Zahn (32) und Stefan Bolleininger (29). Nach dem mit knisternder Spannung erwarteten Besuch von St. Nikolaus und seinem Knecht Rupprecht gab es noch eine sehr reichhaltige Tombola für die große Besucherschar dieser in allen Punkten gelungenen JC-Abschlußfeier.